Irisches Tanzen hat viele Gesichter

Wer fleißig trainiert, möchte seine sportlichen Leistungen auch einem breiten Publikum zeigen. Getreu diesem Mottos tritt die irische Tanzsportabteilung „Rince Cara“ des TSV Hildrizhausen unter dem Namen „inSpiral Dance Company TSV Hildrizhausen“ bei internationalen Wettkämpfen an.

Nachdem Bente bereits Ende März diesen Jahres mit der Teilnahme an der Weltmeisterschaft im schottischen Glasgow einen Höhepunkt ihrer tänzerischen Leistungen genießen konnte, eröffnete sie gemeinsam mit Ellen durch die Teilnahme am Wettkampf in Prag, dem „Prague Feis“, am 28. Mai 2016 die Wettkampfsaison der irischen Tanzsportabteilung des TSV Hildrizhausen. Die beiden Jugendlichen starteten in der höchsten Leistungsklasse, den „Open Championships“, in welchen sich Bente den 2. Platz und Ellen den 6. Platz ertanzte.

Am Samstag, den 25. Juni 2016 war es dann endlich soweit, dass Tänzerinnen aus allen Alters- und Leistungsklassen beim Wettkampf in München, dem „Munich Feis 2016“, ihr Leistungsniveau an den zahlreichen internationalen Tänzerinnen und Tänzern messen konnten. Die Jüngsten quälten sich früh morgens aus den Betten, da sie als erste an den Start gingen. Nach Aufwärmen und Einüben der Tänze überragte das Adrenalin die Müdigkeit, sodass in Bluse, Tanzröckchen und mit einem Lächeln im Gesicht pünktlich um 8.30 Uhr begonnen werden konnte. In den Leistungsklassen „Beginners“ und „Primary“ bewiesen Pauline und Leni in der Altersklasse unter 7 Jahren ihr Können, gefolgt von Maja und Sofia in der Altersgruppe 7 – 9 Jahre, bis schließlich auch Lea bei den 9 – 11 Jährigen ihr Gelerntes unter Beweis stellen durfte. Mit Spannung wurde die Siegerehrung erwartet. Als Wettkampf-Neuling staubte Pauline Sattler gleich zwei erste und einen zweiten Platz ab und steigt damit ins nächsthöhere Level auf. Auch Maja darf mit ihrem 2. Platz in „Light Jig“ stolz auf sich sein, genauso wie Sofia, Leni und Lea, die zahlreiche Medaillen und Pokale im Namen der irischen Tanzsportabteilung des TSV Hildrizhausen mit nach Hause gebracht haben. Aufgrund ihrer erkrankten Two-Hand Partnerin Caroline konnte Valerie in der Leistungsklasse „Primary“ und „Intermediate“ nur ihre Einzeltänze vorführen, für die sie in der stark vertretenen Altersgruppe 10 – 12 Jahre die guten Plätze 8, 5 und 6 belegte. Nina (Altersklasse 13 – 16 Jahre) ertanzte sich bei den „Beginners“ einen 5. und 7. Platz während Bianca (Altersklasse 16 – 24 Jahre) in derselben Leistungsklasse einen 6., zwei 7. und in der darüber liegenden Klasse einen 4. Platz erzielte.

Munich Feis 2016

Munich Feis 2016

Theresa (Altersklasse 16 -24 Jahre), die vormittags den Kleinen als Trainerin zur Verfügung gestanden hatte, trat am Nachmittag selbst beim Wettkampf an und erkämpfte sich zwei 3. und zwei 4. Plätze. Nachdem sie im letzten Jahr verletzungsbedingt häufig nicht trainieren konnte, zeigte Mona (Altersklasse 13-16 Jahre) eine enorme Leistungssteigerung, die bei großer Konkurrenz mit zwei 4. und einem 5. Platz belohnt wurden.

Zum Abschluss des Wettkampftages starteten Bente und Ellen (beide Altersklasse 12 – 14 Jahre) in der höchsten Leistungsklasse, den „Open Championships“ mit einer fehlerfreien Performance. Bente erreichte einen sehr guten 4. Platz, nachdem sie bereits im „Intermediate-Level“ zweite von 23 Teilnehmern wurde. Ellen schaffte es in der Gesamtwertung auf den 11. Platz. Verletzungsbedingt konnte Erblina, die sich bei der letzten Europameisterschaft in Mailand als Vizeeuropameisterin für die Weltmeisterschaft in Glasgow qualifiziert hatte, nicht am Wettkampf teilnehmen.

Unabhängig von der Platzierung haben alle Teilnehmerinnen des Wettkampfes eine herausragende Höchstleistung gezeigt. Während die Zuschauer bei über 30 ° C schwüler Sommerhitze im Schweiße ihres Angesichts saßen, konzentrierten sich die Tänzerinnen auf die Reihenfolge ihrer Schritte, achteten auf den Takt der Musik, auf ihre Körperhaltung und Körperspannung, die korrekten Beinbewegungen, schwebten mit ihren ballettähnlichen „Softshoes“ über die Bühne oder klackerten mit ihren „Hardshoes“, sodass der Boden bebte. Trotz der schweren, vorwiegend aus Samt gefertigten und mit zahlreichen Glitzersteinen übersäten warmen Wettkampfkleider, lächelten sie dabei noch erstaunlich entspannt.

Das Trainerteam Isabella , Theresa , Madita , Jennifer, Lilith sowie die tschechische Trainerin Tereza, die mit regelmäßigen Workshops den Tänzerinnen den letzten Feinschliff gibt, kann stolz auf diese Tanzgruppe sein. Nachdem Isabella wegen des Abiturs sowie Jennifer und Lilith wegen Studien- und Abschlussprüfungen als Trainerinnen kürzer treten mussten, erklärten sich Theresa und Madita mit einem Helferteam aus erfahrenen Tänzerinnen bereit, das ehrenamtliche Trainerteam zu unterstützen. Die Tänzerinnen und deren Eltern schätzen diese Hilfsbereitschaft und den Zusammenhalt innerhalb des Teams.

Über diesen Zusammenhalt kann sich auch die ehemalige Abteilungsleiterin und Gründungs-Hauptinitiatorin der irischen Tanzsportabteilung, Claudia Benedikt, freuen. Es ist schön, wie sich ihre kleinen „Girlies“ von damals entwickelt haben.

Neben dem Wettkampf-Tanzen, bei dem vorwiegend alleine, zumeist vor Insidern als Publikum getanzt wird, haben die Mädchen noch eine zweite Leidenschaft entwickelt, den Showtanz, der in der Öffentlichkeit vor allem durch die Tanzgruppen Riverdance und Lord of the Dance bekannt ist. Hier ist Teamwork angesagt. Jennifer und Lilith entwickeln die Choreographien passend zur Musik, deren Ursprung auch gerne im Pop-Bereich liegt. Trainiert wird altersübergreifend. Wie vielseitig irisches Tanzen ist, davon konnten sich die Zuschauer beim Auftritt von Rince Cara auf der Showbühne bei „Spiele ohne Grenzen“ in Herrenberg am 12.06.2016 überzeugen.

 

20160612_151759

Unser Showteam in Herrenberg

20160612_152000

Unser Ceili Team im Herrenberg

Dass die Jugendlichen und junge Erwachsenen Spaß am Showtanz haben, sieht man nicht nur an den strahlenden Gesichtern, sondern auch daran, dass sie trotz ihrer späten Rückkehr vom Wettkampf in München um kurz nach 1 Uhr nachts mit Freude beim Show-Auftritt am selben Tag auf einer großen Geburtstagsfeier in Tübingen dabei waren. Wenn ein weiblicher Geburtstagsgast vom hohen Norden nach dem „Softshoe-Tanz“ sagt, dass es so schön gewesen ist, dass sie „Gänsehaut-Feeling“ bekam, dann hat es sich gelohnt. Beim anschließenden Stocherkahnfahren auf dem Neckar war schließlich Entspannen angesagt.

Damit es nicht zu langweilig wird, wurde am ersten Juniwochenende die Trainingseinheit gegen einen Karaoke Abend mit italienischer Pizza ausgetauscht. Dabei kamen grandiose, bislang völlig unentdeckte Gesangstalente zum Vorschein. Sogleich wurde Jessica, die zur Zeit im fernen Amerika weilt, über die neueste Trainingseinheit ins Bild gesetzt.

Karaoke

Wie man sehen kann, genießen die Girlies von Rince Cara die ganze Bandbreite des irischen Tanzes und wenn gerade ein Problem im Raum steht, wie zum Beispiel „welches Outfit ziehen wir an und welche Frisur nehmen wir für unseren Auftritt?“, meldet sich spontan Jessi von der anderen Seite des Teiches. „Na hochstecken, wie immer.“ Danke Jessi. Have a good time.